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Der Uranusgarten

Dankbar für das Geschenk von Kronos wende ich mich dem offenen Durchgang in der Eibenhecke zu, hinter dem ich einen weiteren Göttergarten vermute. Meinem Gefühl nach müsste ich eigentlich bald den gesamten Park durchlaufen haben. Ich gehe also durch die Öffnung hindurch und stehe in einem sehr merkwürdig wirkenden Abschnitt. Er besteht überwiegend aus Schotter- und Steinflächen, die mit Spontanvegetation bewachsen sind. Unregelmäßig verteilt stehen elf Bäume. Es sind Robinien, auch als Scheinakazien bekannt. Sie strecken ihre etwas bizarren Kronen in den abendlichtblauen, klaren Himmel. Ihre Rinde ist tief gefurcht und die hellgrünen kleinen Blättchen werfen ein wirres Schattenspiel auf den Boden.

Da der ganze Garten nur sporadisch bewachsen ist, kann ich ihn fast ganz überblicken. Ich sehe, daß die Wege, die durch ihn hindurch führen, im Zickzack verlaufen. Sie bestehen aus grauem, glitzerndem Splitt. Ungefähr in der Mitte des Gartens steht ein ungewöhnlicher Turm. Er sieht aus wie ein etwas zu groß geratenes Klettergerüst und hat oben eine kleine Plattform.

Ich laufe zunächst auf dem Weg entlang, der hier am Eingang beginnt. Rechts und links von diesem Schotterpfad stehen Kräuter und Büsche, die sich von selbst auf der Steinfläche angesiedelt haben. Die Samen, aus denen sie gewachsen sind, wurden vom Wind hierhergetragen. Da gibt es zum Beispiel die Königskerze mit ihrem grauen, pelzigen Laub und ihren gelben Blütenähren. Ebenfalls gelb leuchten die Blüten der Nachtkerzen und des Blasenstrauches, an letzterem hängen gleichzeitig auch schon die ballonförmig aufgetriebenen Früchte. Auch die baumartige Aralie mit ihrem bizarren Wuchs, den schnurstracks in den Himmel wachsenden, bedornten Stämmen und den großen gefiederten Blättern, wächst hier.


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Dann, nach einer plötzlichen Biegung des Weges, komme ich an eine Stelle, an der auf einem kleinen ebenen Platz eine Skulptur steht. Ich bleibe stehen, um sie zu betrachten. Sie besteht ganz aus Aluminium und glänzt irritierend in der Abendsonne.

Nun hüpfe ich einen kleinen Schotterabhang hinunter, auf dem ich die graufilzigen Blätter der Eselsdistel und die blauen Blüten der Himmelsleiter entdecke. Plötzlich springt eine große Heuschrecke vor meinen Füßen hoch. Wieder auf einem Pfad gelandet, folge ich diesem. Kurz bevor er bis fast in eine Ecke des Gartens läuft, nimmt er eine scharfe Richtungsänderung vor und führt kurz danach an einer zweiten Skulptur vorbei. Diese hier besteht ganz aus buntem Glas.

Nun gehe ich quer über die Stein- und Pflanzenfläche in Richtung Turm. Mehrere Male muss ich über größere Steinbrocken hüpfen oder mir seitlich von ihnen eine Passiermöglichkeit suchen. Während ich die Fläche überquere, bemerke ich erst, wie bunt die Steine eigentlich sind. Sie schillern blau und silbern, rostrot und ockergelb, schwarz und grün. Durch die klare Luft gaukeln Schmetterlinge in verschiedenen Farben. In dem ''Licht der blauen Stunde'' scheint die Luft ebenfalls zu schillern und zu leuchten, und alle Dinge sind deshalb sehr klar umrissen und deutlich zu erkennen.

Als ich dann vor dem Turm stehe, sehe ich, daß er aus Plastik und aus vielen unterschiedlichen Recyclingmaterialien gebaut ist. Er ist sehr bunt und hat mehrere, verschiedene Treppen, die nach oben auf die Plattform führen. Eine ist eine Wendeltreppe aus Metall. Eine andere, eine Sprossenleiter mit nur einem Mittelholm statt zweien an den Seiten, besteht aus schwarzem und weißem Plastik. Die Sprossen sind unterschiedlich lang. Dann gibt es noch eine frei baumelnde Strickleiter. Und es gibt eine feste Treppe mit geschlossenen Stufen, metallicblau.

Auf der schwingenden Strickleiter klettere ich hinauf. Auf der Plattform angekommen, setze ich mich und geniesse die wunderbare Aussicht und das Gefühl, dem Himmel etwas näher zu sein. Plötzlich nehme ich eine Bewegung seitlich von mir wahr. Ich drehe mich um und sehe mich Uranos gegenüber. Er trägt in der Rechten einen Eimer mit Wasser und bevor ich mich versehe, kippt er mir den gesamten Inhalt über den Kopf. Ich schnappe nach Luft und versuche hektisch, das Wasser von den Kleidern zu streichen und zu wringen. Meinen dann folgenden Zornausbruch nimmt Uranos ungerührt zur Kenntnis; er müsse weiter, sagt er, und ich solle doch noch ein wenig hier oben bleiben. Hier in dem lauen Lüftchen würde ich bestimmt bald trocknen. Was sollte ich tun? Ich bleibe also auf dem Turm und plötzlich merke ich, dass das Wasser, was mir noch in den Augen steht, meinen Blick nicht trübt, sondern im Gegenteil! Es ist, als hätte ich eine ganz besondere Brille auf. Ich sehe die ganze Welt, ich sehe die Zukunft und die Vergangenheit, ich sehe FreundInnen und Verwandte und unbekannte Leute. Es kommt mir vor, als erkenne ich die Menschheit, ihre Freuden und ihre Schrecken, die Friedenszeiten und die Kriege, das Leben und den Tod.


(aus: "Der astrologische Garten" von Annette Fechner, Chiron Verlag Tübingen 2004)


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mondgartenNeptungarten Entwurf Neptungarten, der als ein Wassergarten mit fließenden Übergängen gestaltet ist, durch den ein Sandweg führt. Die Wege im Uranosgarten verlaufen im Zick-Zack, geben plötzliche Richtungsänderungen vor. Sie sind aus hellgrauem Splitt gebaut, die Einfassungen bestehen aus blaugrauem Betonstein.Saturngarten: Durch schwer zu öffnende Eisentore gelangt man in einen formalen Garten, in dessen Mitte vier Buchen einen schattigen Raum bilden.Bestandteil des Jupitergartens ist ein zentraler, runder, durch Bäume gesäumter Platz, in dessen Mitte eine Feuersäule brennt.Gartenentwurf Plutogarten: ein von Efeu und Pfeifenwinde überwucherter, mit schmiedeeisernem Tor ausgestatteter  Garten.Entwurf CHIRONGARTEN : Durch einen Wüsten- und Felsengarten schlängelt sich ein schmaler, unbefestigter Pfad.Entwurf des Erdengarten:ein formaler Garten mit von Buchsbaum gesäumten Wegen.Der Sonnengarten hat breite wassergebundene Wege mit Einfassungen aus gelbem Granit- Kleinpflaster.Entwurf des Mondgarten: Ein Spiralweg, ein schmaler Rasenpfad, führt durch diesen Garten. Im Merkurgarten wachsen viele reichblühende, oft graulaubige Sträucher und Stauden, die Schmetterlinge, Bienen und Hummeln anziehen.Venusgarten - ein romantischer Garten in der Parkanlage PlanetenparkDer Marsgarten wird beherrscht von mächtigen Eichen.